08.03.2010 | Aktuelles
rostocklaage.jpg Land soll beim Flughafen einsteigen

ROSTOCK/LAAGE: Über den Verkauf von Anteilen am Flughafen Rostock-Laage soll der Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) mit dem Land verhandeln. Das sieht die FDP-Fraktion als einen möglichen Ausweg aus der Finanzmisere der Stadt und hat einen entsprechenen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. Außerdem solle Methling in Schwerin die Arbeit an einem ganzheitlichen Flughafenkonzept einfordern, das Laage als Zentrum hat und das mit dem Bundeskonzept verknüpft wird.

Bereits bei der Vorabstimmung im Wirtschaftsausschuss stießen die Ideen der Liberalen jedoch auf den Widerstand anderer Fraktionen. Methling selbst befürwortet zwar die Priorisierung des Standortes Laage als Landesflughafen, hält aber eine Übernahme der Gesellschafteranteile für "kurz- und mittelfristig nicht umsetzbar". Er betont, bisherige Bestrebungen habe das Land immer zurückgewiesen.

Die Stadt Rostock hält zurzeit über die Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH 54 Prozent der Anteile am Flughafen - durch den Verlustausgleich seit Jahren ein Minusgeschäft. Um den Airport zu retten, gab das Land in den vergangenen Jahren zwar immer wieder Fördermittel, lehnte aber eine Beteiligung ab. Die FDP will das Land nun dauerhaft in die Verantwortung nehmen: "Die zentrale Bedeutung des Flughafens für die Stadt Rostock und das Land Mecklenburg-Vorpommern muss durch Stadt und Land anerkannt werden", so Fraktionsvorsitzender Ulrich Seidel. Bis zu 24,9 Prozent der Anteile soll Schwerin übernehmen. Mehr nicht - weil sonst bereit geflossene Fördermittel wieder zurückgezahlt werden müssten.

Skepsis äußert die CDU. "Alle wissen, dass die Stadt mit der Finanzierung überfordert ist. Aber eine Beteiligung des Landes - da ist absolut kein Ziel in Sicht", sagt Helmut Schmidt, der den Vorsitz des Wirtschaftsausschusses hat. Er befürchtet, die Stadt könne mit einer solchen Forderung den Verhandlungspartner in Schwerin endgültig vor den Kopf stoßen.

Die mögliche Verknüpfung eines auf Laage ausgerichteten Flughafenkonzeptes des Landes mit dem des Bundes halten Linksfraktion und SPD für wagemutig. "Es heißt eben nicht automatisch, dass unser Flughafen dadurch mehr Zuschüsse bekommt", sagt Bernhard Fritze (Linke). "Die Idee ist kontraproduktiv, denn der Bund legt sicher keine Priorität auf Laage, wenn Hamburg und Lübeck in der Nähe sind", so Anke Knitter (SPD) im Wirtschaftsausschuss. Trotz der Bedenken aus der Verwaltung und den anderen Fraktionen bleibt die FDP in der Diskussion bei ihrer Linie: "Das Thema ist Landessache", sagt Torsten Gebert. Auf ihrer nächsten Sitzung entscheidet die Bürgeschaft, ob sie dem OB den Verhandlungsauftrag erteilt.

Eingetragen am 08.03.2010 von er.en


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